Ab 1910 besserte Stout sein schwankendes Einkommen auf, indem er Artikel und Geschichten an Magazine verkaufte. Diese Geldquelle wurde wichtiger, als er 1916 heiratete, und existenziell, als er 1929 in der Weltwirtschaftskrise Job und Ersparnisse (sowie 1932 seine Ehefrau) einbüßte.
Erste Abenteuer-Romane und Romanzen blieben erfolglos, sodass Stout zum Krimi wechselte. 1934 glückte ihm in "Fer-de-Lance" (dt. "Die Lanzenschlange") der Durchbruch mit der Figur des feisten, gehfaulen, arbeitsunlustigen, geldgierigen, Frauen verachtenden und mit weiteren einprägsamen und publikumswirksamen Spleens ausgestatteten Meisterdetektivs Nero Wolfe, dem er sich in den nächsten vier Jahrzehnten ausgiebig und fast ausschließlich widmete.
Stout veröffentlichte durchschnittlich einen Wolfe-Roman pro Jahr, dazu erschienen Kurzromane und -geschichten. Er unterbrach die Serie während des II. Weltkriegs, den er altersbedingt an der Heimatfront aber überaus eifrig führte. Stout schrieb Propagandatexte, moderierte Radiosendungen wie "Speaking of Liberty" oder "Voice of Freedom" und engagierte sich auch sonst in der Unterstützung der Kriegsbemühungen.
1946 nahm Stout seine Schriftstellerkarriere dank Nero Wolfe mühelos wieder auf. Inzwischen zum zweiten Mal verheiratet, hatte er sich eine Farm im Südosten des US-Staates New York gekauft. Dort beschränkte er sich auf die Rolle eines Gentleman-Farmers. Aktiv war er lieber als Präsident der "Authors Guild" (1943-1945) und der "Author's League" (1951-1955, 1962-1975). Die "Mystery Writers of America", denen er ebenfalls einige Jahre vorstand, zeichneten ihn 1959 mit einem "Grand Master Award" aus.
Politisch war und blieb Rex Stout auch nach dem II. Weltkrieg sehr geschäftig. Er war liberal, begeisterte sich für den Weltfrieden und liebäugelte mit dem Sozialismus, was ihm in den 1950er Jahren einigen Ärger mit dem gefürchteten "Komitee für unamerikanische Aktivitäten" eintrug.
Stout war eher ein populärer als von der Literaturkritik geschätzter Autor. Sein Publikum blieb ihm treu bis zum letzten Nero-Wolfe-Roman, der 1975 erschien. Am 27. Oktober dieses Jahres starb Rex Stout im Alter von 88 Jahren. So groß war der Wunsch seiner Leser immer noch nach 'Nachschub', dass Robert Goldsborough zwischen 1986 und 1993 sieben 'neue' Wolfe-Romane schrieb.
Krimis von Rex Stout:
- Nero Wolfe-Reihe:
- Die Lanzenschlange
(1933)
Fer de lance
- Die Liga der furchtsamen Männer
(1935)
The league of the frightened men
- Die Gummibande
(1936)
The rubber band
- Die rote Schatulle
(1937)
The red box
- Zu viele Köche
(1938)
Too many cooks
- Der rote Stier / Der rote Bulle
(1939)
Some buried Caesar
- Nur über meine Leiche
(1939)
Over my dead body
- Kennzeichen wilde Rose
(1940)
Where there's a will
- Schwarze Orchideen (Stories)
(1942)
Black orchids
- Die explosive Ananas (Stories)
(1944)
Not quite dead enough
- Mord im Waldorf-Astoria
(1946)
The silent speaker
- Zu viele Frauen
(1947)
Too many women
- Aufruhr im Studio
(1948)
More deaths than one
- Blei ist ungesund
(1949)
Trouble in triplicate
- Sie werden demnächst sterben
(1949)
Help wanted, male
- Das zweite Geständnis
(1949)
The second confession
- Die gläserne Falle
(1950)
Door to death
- Sogar in den besten Familien
(1950)
Even in the best families
- Orchideen für sechzehn Mädchen
(1951)
Murder by the book
- Curtains for three
(1951)
- Triple jeopardy
(1952)
- Gast im dritten Stock
(1952)
Prisoner's base / Out goes she
- Die goldenen Spinnen
(1953)
The golden spiders
- Abendmahl mit Nero Wolfe
(1954)
Three men out
- Nero Wolfe in Montenegro
(1954)
The black mountain
- Vor Mitternacht
(1955)
Before midnight
- P.H. antwortet nicht
(1956)
Might as well be dead
- Verworrene Fäden
(1956)
Three witnesses
- Three for the chair
(1957)
- Der Schein trügt
(1957)
If death ever slept
- And four to go
(1958)
- Die Champagner-Party
(1958)
Champagne for one
- Das Plagiat
(1959)
Plot it yourself
- Zu viele Klienten
(1960)
Too many clients
- Three at Wolfe's door
(1960)
- Gift à la carte
(1960)
Poison à la carte
- Erstens kommt es anders ...
(1961)
The final deduction
- Ene mene Mörder mo
(1962)
Homicide trinity
- Tod eines Dämons
(1962)
Death of a demon
- Gambit
(1962)
Gambit
- Das große Fragezeichen
(1963)
The mother hunt
- Morde jetzt, zahle später
(1964)
Trio for blunt instruments
- Wenn Licht ins Dunkle fällt
(1964)
A right to die
- Per Adresse Mörder X / Es klingelte an der Tür
(1965)
The doorball rang
- Leiche im besten Verhältnis
(1966)
Death of a doxy
- Die Sünden der Väter
(1968)
The father hunt
- Blutige Blaubeeren
(1969)
Death of a dude
- Jedermanns Bombe
(1973)
Please pass the guilt
- Tödliche Zigarren
(1975)
A family affair
- Tecumseh Fox-Reihe:
- Mord im Bungalow
(1939)
Double for death
- Bad for business
(1940)
- Die zerbrochene Vase
(1941)
The broken vase
- In den Händen der Inkas
(1914)
Under the Andes
- Die geheimnisvolle Melone
(1937)
The hand in the glove
- Der rote Wollfaden
(1939)
Red threads
- Das Geheimnis der Bergkatze
(1939)
The mountain cat murders
- Das tönende Alibi
(1941)
Alphabet hicks
Mehr über Rex Stout:
- (1969) William S. Baring-Gould: Nero Wolfe of West Thirty-Fifth Street. The Life and Times of America's Largest Private Detective
- (1977) John McAleer: Rex Stout. A Biography
- (1980) Guy M. Townsend: Rex Stout. An Annotated Primary and Secondary Bibliography
- (1984) David R. Anderson: Rex Stout
- (1991) J. Kenneth Van Dover: At Wolfe's Door
- (2000) Josef Quack: Die Grenzen des Menschlichen. Über Georges Simenon, Rex Stout, Friedrich Glauser, Graham Greene, S. 87-117
- (2003) O. E. McBride: Stout Fellow. A Guide through Nero Wolfes World
Rex Stout im Internet:
- aboq.org/stout/
- www.nerowolfe.org- www.thrillingdetective.com/wolfe.html
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